Konfliktlotsen kurz "Kolo's"

Seit vielen Jahren bilden wir an unserer Schule Schülerinnen und Schüler zu Konfliktlotsen aus. Ein Tandemteam aus einer Lehrkraft und der Schulsozialarbeiterin führt ein Schuljahr durch die Ausbildung und begleitet die aktiven Konfliktlotsen. Durch die Ausbildung in einer Gesprächstechnik (der Mediation) sind die Konfliktlotsen in der Lage bei Streitereien zwischen Schülerinnen oder Schülern hilfreich zu vermitteln. Sie werden dadurch nicht zum Richter und verteilen auch keine Strafen, sie helfen Konflikte zu lösen. Sie lassen jeden Streitenden aus seiner Sicht erzählen, gleichen Gemeinsamkeiten ab, decken Unstimmigkeiten auf, leiten dann auf die Gefühlsebene um und führen einen Perspektivwechsel durch. Sollten sie dabei nicht weiter kommen, hilft unsere Schulsozialarbeiterin Frau Witzke weiter. Die Konfliktlotsen stehen als Anlaufstelle während der Pausen für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Der Besuch bei den Konfliktlotsen hat für die Streitenden viele positive Effekte, z.B. bleibt der Konflikt „unter Schülern“, kein Erwachsener ist beteiligt und es entsteht nicht das Gefühl des „Petzens“.

 

Immer wieder gibt es kleinere Konflikte zwischen Schülern. Schalten sich Lehrer in diesen Streit ein, haben sie oft ihren klaren Standpunkt und bestrafen meist nur einen Schüler. Der andere geht also als Sieger hervor. Häufig ist jetzt der Bestrafte erst recht wütend auf den anderen und sinnt auf Rache, da sein Anliegen nicht berücksichtigt wurde. Bevor dieser Konflikt nicht gelöst wird, gibt es keinen Frieden, sondern nur „Waffenstillstand“. Um solche Konflikte anders regeln zu können, haben wir an unserer Schule ein Konfliktlotsenprogramm. Dabei werden Schülerinnen und Schüler aus den 8. Klassen bzw. 3. Klassen zu Konfliktlotsen ausgebildet. Sie lernen, wie Konflikte entstehen, wie man Konflikte mit Hilfe der Technik „Mediation“ bearbeitet und wie man im Team arbeitet.

Unsere Konfliktlotsen (aus den 9., 10. oder 4. Klassen) stehen den Schülerinnen und Schülern von montags bis freitags in beiden großen Pausen im Konfliktlotsenraum zur Verfügung (9:40 – 9:50 und 10:35 – 10:50 Uhr) und können darüber hinaus auch persönlich angesprochen werden. Unsere Konfliktlotsen engagieren sich zusätzlich bei der Pausenaufsicht, der Busaufsicht und als Klassenpaten.

Wie läuft so eine Mediation ab? Nach einer kurzen Einleitung können die Konfliktparteien jeweils ihre Erlebnisse schildern, die Konfliktlotsen hören aktiv zu, fragen nach, fassen zusammen und versuchen eine  Einigung über den Streitverlauf herzustellen. Danach helfen die Konfliktlotsen dabei die Ursachen des Konfliktes aufzuspüren und leiten die Konfliktparteien an, wie sie zu einer Lösung kommen können. Die Konfliktlotsen ergreifen niemals Partei oder fällen ein Urteil. Die beiden Konfliktparteien sind selbst für eine Lösungsfindung verantwortlich und werden lediglich im Prozess der Lösungsfindung unterstützt. Am Ende der Mediation werden die Vereinbarungen schriftlich festgehalten und von allen unterschrieben. Ein zweiter Termin wird abgesprochen, um zu überprüfen ob die Vereinbarungen eingehalten werden.

Die Jugendlichen, die diese Ausbildung zu Streitschlichtern gemacht haben, berichten, dass sie dabei auch selbst viel für sich gelernt haben. Sie konnten z.B. besser verstehen, was in anderen vorgeht und sich selbst besser ausdrücken. Die Bescheinigung über die Konfliktlotsenausbildung hatte auch positive Auswirkungen bei Ausbildungsbewerbungen. Betriebe suchen heutzutage nicht nur fachlich gute Leute, sondern auch Menschen, die gut zusammenarbeiten und mit Konflikten umgehen können.

Falls Sie nähere Informationen haben möchten, fragen Sie gerne die Betreuerinnen des Konfliktlotsenprojekts Frau Nemcov und Frau Witzke.

 

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